Glossar

  • Capacaty Building: Die Akquirierung von personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen für die unternehmerischen Ziele.

  • Compliance: Ein Begriff aus der Betriebswirtschaftslehre der im gängigen Sinne als „Regelkonformität“ eines Unternehmens benutzt wird. Hierbei handelt es sich zum einen um die Einhaltung rechtlicher Bestimmungen und zum anderen die von der Leitung vorgegebenen Grundeinstellungen und Verhaltensweisen. Was bei konventionellen Unternehmen mehr als „Firmenkultur“ gepflegt und marketinggerecht kommuniziert wird, ist bei einem Sozialunternehmen substantiell. Ein Social Entrepreneur ist in seiner Wirtschaftsweise moralisch den Werten der Demokratie, Menschenwürde und Nachhaltigkeit unabdingbar verpflichtet und ordnet diese anderen unternehmerischen Zielen (Gewinnerzielung, Wachstum, Marktpositionierung) unter.

  • Controlling: Bezeichnet ganz einfach die Planung, Steuerung und Kontrolle diverser Unternehmensbereiche. Herkömmlicherweise werden dafür vorallem Finanzdaten heran gezogen und in einer Soll-Ist-Analyse gegenübergestellt. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil, der möglichen Instrumente des Controllings. Was oftmals zu verheerenden Umsetzungen zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit führt kann ebenso kunstvoll eingesetzt werden, um bestimmte Herangehensweisen und Teilbereiche im Unternehmen zu verbessern. Organisation, Logistik und Produktion sollten immer kritisch im Auge behalten werden, um schonend mit allen Ressourcen umzugehen.

  • Corporate Citizenship: Ein Unterbereich des CSR; Engagement eines Wirtschaftsunternehmens im lokal nachbarschaftlichen Umfeld. Meist durch Sponsoring, Spenden und Stiftungen.

  • CSR (Corporate Social Responsibility): dt. Unternehmensverantwortung: Umfasst den freiwilligen Beitrag eines Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung im Bereich Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Dies wird sowohl nach Innen (Mitarbeiterführung, Wertschöpfungskette, Lieferantenmanagement etc), als auch nach Aussen (Mitarbeiter-Freiwilligenarbeit, Unterstützung öko-sozialer Projekte, Unternemens-Stiftungen) praktiziert. Def. Laut „Grünbuch“ der Europ. Kommission: „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“ Mittlerweile unterhalten die meisten Konzerne eine eigene CSR-Abteilung, weche eng mit den Marketing-Abteilungen zusammenarbeiten. Die CSR-Maßnahmen und ihre Wirkungskreise sind dabei sehr abgestimmte Pakete, mit Fokus auf bestimmte Themen, Zielgruppen oder Branchen. Es ist abzusehen, dass CSR in Zukunft eine starke Rolle in der Unternehmenspolitik spielen wird.

  • Double Bottom Line: Bezeichnet die spezifische Zielsetzung eines Sozialunternehmens sowohl finanziellen als auch sozialen „Return On Investment“ (ROI)  zu erreichen. Sind zudem umweltspezifische Ziele beabsichtigt, spricht man auch von „Triple Bottom Line“.

  • Non-Profit-Organisation (NPO): dt. Gemeinnützige Organisationen: Quasi das Gegenteil zu Profit-Organisationen, also Wirtschaftsunternehmen welche nach dem Gewinnmaximierungsprinzip handeln. NPO´s folgen gemeinnützigen, kulturelle , soziale oder wissenschaftliche Zielen und werden auch gerne als sog. „dritter Sektor“ als Ergänzung zu Staat und Markt beschrieben. Definitorische Grenzen zwischen NPO und Social Entrepreneuring sind bisher noch eher fließend.

  • Public Private Partnership: Public Private Partnerships (PPP) sind Kooperationen zwischen öffentlichen Institutionen und der Privatwirtschaft. Sie verfolgen das Ziel, durch eine langfristig angelegte Zusammenarbeit öffentliche Vorhaben effizient durchzuführen. Klassischerweise kennt man dieses Vorgehen z.B. aus der öffentlichen Vergabe von Bauaufträgen. Es gibt jedoch auch im sozialen Sektor immer mehr solcher Public Private Partnerships.

  • Soziale Rendite: engl.: Social Return: Angelehnt am Begriff der finanziellen Rendite bezeichnet sie den sozialen Mehrwert, den ein Sozialunternehmen generiert. Dieser kann u.U auch monetär gemessen werden. (z.B. Einsparung von Folgekosten der Arbeitslosigkeit)

  • Social Return: siehe soziale Rendite. Hier auch zu nennen ist der Return on Investment  ROI (im herkömmlichen Sinne ein messbarer Indikator, welcher die Effizienz des Unternehmens darstellt und dabei den erwirtschafteten Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital setzt.)

  • Social Impact: Bezeichnet den angestrebten Erfolgsfaktor eines Sozialunternehmens, die langfristige (positive) Wirkung und dessen Tragweite der Unternehmensziele. Den Social Impact sichtbar und im Idealfall messbar zu machen, stellt eine besondere Herausforderung des Social Entrepreneurings dar.

  • Stakeholder: Sind Personen oder Gruppen, die an der Praxis und dem Output eines Unternehmens ein gesondertes Interesse haben. Im klassischem Sinne sind damit meist Aktionäre gemeint. In Verbindung mit Social Entrepreneuring umfasst dieser Begriff nicht nur Investoren, sondern alle Zielgruppen, deren Vertrauen man gewinnen möchte, insbesondere die Zielgruppe, Mitarbeiter, Kunden, Freiwillige Helfer, Kooperationspartner etc.

  • Theroy of Change: Das Sozialunternehmen versucht eine ungelöste gesellschaftliche (ökologische) Aufgabe zu bewältigen. Die Theory of Change bezeichnet die Analyse des zugrunde liegenden Problems um anschließend daraus ein Konzept für eine Lösung zu erarbeiten. Sie kann somit ein wichtiger Bestandteil eines Businessplans sein, da sie das genaue Unternehmensziel definiert.

  • USP (Unique Selling Proposition): dt. Alleinstellungsmerkmal. Einzelne oder mehrere herausragende Eigenschaften eines Service oder eines Produktes, welche sich von denen der Mitbewerber auf einem Markt unterscheiden.

  • Venture Philantropie: Ist die Vermischung von philantropischen Ansätzen mit unternehmerischen Prinzipien. Dabei werden NPO´s oder Sozialunternehmen meist durch Darlehen oder Kapitalbeteiligung unterstützt. Oftmals folgt der finanzielle Unterstützung auch eine anschließende Begleitung durch Mentoring und Netzwerkvermittlung. Der Begriff geht wohl auf den Unternehmer John D. Rockefeller III zurück, welcher damit den Verantwortungssinn für wohltätige Zwecke in Unternehmerkreisen fördern wollte

One Response to “Glossar”

  • Vielen Dank für dieses Glossar. Ich gründe derzeit selbst ein Social Startup namens begleitpersonen.com auf der ältere und behinderte Menschen, die alltägliche Sachen nicht mehr alleine erledigen können mit Begleitpersonen zusammengebracht werden.

    Daher ist so ein Glossar sehr hilfreich am Anfang.

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